2010


Quelle: ADAC-Test - Unfallsimulation mit Wildschweinrotte - Aufprall
Quelle: ADAC-Test - Unfallsimulation mit Wildschweinrotte - Aufprall

Wie wechselt Wild sicher?

Wildunfälle - Neun Partner starten Langzeitstudie zum Unfallgeschehen

 

18.11.2010 - 2 800 verletzte und 13 getötete Autofahrer – das ist die erschreckende Bilanz der Wildunfälle in Deutschland im vergangenen Jahr. Unter die Räder kommen pro Jahr zudem mindestens 220 000 Rehe, Hirsche und Wildschweine. Die Versicherungen müssen zur Regulierung von Wildunfällen jährlich über 500 Millionen Euro aufwenden. Um die Zahl von Wildunfällen spürbar zu senken, starten jetzt ADAC, Deutscher Jagdschutzverband (DJV) und Landesjagdverband Schleswig-Holstein (LJV) gemeinsam mit dem schleswig-holsteinischen Umweltministerium, Straßenbau- und Forstbehörden sowie weiteren Partnern ein Forschungsprojekt mit bundesweiter Signalwirkung. Ziel der auf fünf Jahre angelegten Studie ist es, die Ursachen von Wildunfällen genauer zu erforschen und die Wirksamkeit der gängigen Präventionsmaßnahmen wie Reflektoren und Duftzäune zu überprüfen. Mit der Durchführung der Untersuchung wurde das Institut für Wildbiologie Göttingen und Dresden beauftragt.

 

„Der ADAC engagiert sich seit Jahrzehnten für die Entwicklung neuer Maßnahmen zur Wildunfallprävention“, so ADAC-Präsident Peter Meyer anlässlich der Vorstellung des Projekts. „Es ist daher nur konsequent, dass wir uns an dem heute vorgestellten Forschungsprojekt beteiligen. Die Studie wird uns wertvolle Erkenntnisse darüber liefern, ob die bisherigen Maßnahmen gegen Wildunfälle sinnvoll sind oder ob man neue Wege einschlagen muss.“

 

LJV-Präsident Dr. Klaus-Hinnerk Baasch, zuständig für Wildunfallprävention im DJV: „Jäger machen vor Ort schon eine ganze Menge zur Vermeidung von Wildunfällen. Die Maßnahmen reichen von Warnreflektor über Duftzaun bis hin zur Regulierung von Wildbeständen an besonders kritischen Stellen. Aber wir können Wildtieren keine Verkehrsregeln beibringen. Umso wichtiger ist es, herauszufinden, was in der Praxis nachhaltig wirkt.“

 

Laut ADAC und DJV nimmt im Spätherbst das Wildunfallrisiko deutlich zu. Der Grund: Die Felder sind abgeerntet und die Tiere müssen sich vermehrt auf Nahrungssuche begeben. Zudem sind viele Wildtiere dämmerungsaktiv. Damit treffen sie bei ihren Wanderungen auf den morgendlichen und abendlichen Berufsverkehr, was wiederum das Unfallrisiko steigen lässt. Auf Straßen, die durch Waldgebiete oder Felder führen, ist eine gedrosselte Geschwindigkeit daher oberstes Gebot. Häufig unterschätzen Autofahrer die Gefahr, die von einer Kollision mit einem Tier ausgeht. Schon ein Reh mit 20 Kilogramm Gewicht hat bei Tempo 100 ein Aufschlaggewicht von etwa einer Tonne.

 

Pressemitteilung: ADAC e.V.


Ein Eichhörnchen ist kein Hase


Zum Versicherungsschutz aus einer Teilkaskoversicherung

 

15. Oktober 2010 - Coburg

 

Kurzfassung:

Die Klage der Kundin einer Teilkaskoversicherung gegen ihren Versicherer wegen eines Wildunfalls wurde abgewiesen. Das Tier, das den Unfall ausgelöst hatte, wurde nicht von der Versicherung erfasst.

 

Sachverhalt:

Die Klägerin behauptete im Prozess, im Wald wäre urplötzlich ein Tier in der Größe eines Hasen unter einen Vorderreifen ihres Pkw gekommen. Dadurch sei das Kraftfahrzeug ins Schleudern geraten und beim Unfall völlig zerstört worden. Die Klägerin wollte wegen des wirtschaftlichen Totalschadens noch weitere 6.000,00 Euro aus ihrer Teilkaskoversicherung.

 

Der Versicherer erklärte, es liege kein versicherter Wildunfall vor. Das Fahrzeug der Klägerin sei nicht mit Jagdwild kollidiert.

 

Gerichtsentscheidung:

Das Landgericht Coburg folgte den Argumenten des Versicherers. Es ließ die am Unfallfahrzeug sichergestellten Tierhaare durch einen Sachverständigen einer DNA-Sequenzanalyse unterziehen. Dabei wurde eindeutig festgestellt, dass die Tierhaare von einem Eichhörnchen stammen. Ein Zusammenstoß mit Eichhörnchen fällt jedoch nicht unter den Schutz der Teilkaskoversicherung, da es – anders als ein Hase – kein Jagdwild ist. Die vernommenen Zeugen bestätigten, dass das am Unfallfahrzeug gefundene Fell mit dem von Sachverständigen untersuchten übereinstimmt. Daher hatte das Gericht keinerlei Zweifel daran, dass der Unfall von einem „nicht versicherten“ Eichhörnchen ausgelöst wurde.

 

Fazit:

DNA-Analysen helfen den Gerichten nicht nur in Strafprozessen bei der Wahrheitsfindung.

 

(Landgericht Coburg, Urteil vom 29.06.2010, Gz.: 23 O 256/09; rechtskräftig)

 

Quelle: Pressemitteilung Landgerichts Coburg


Hessen: Achtung Wildsau - Unfallgefahr wächst

 

Mehr Wildunfälle vorprogrammiert

 

13. Oktober 2010 (dpa/ljv) Frankfurt am Main - Plötzlich tauchen mitten auf der Straßen reflektierende Augen auf. Für Autofahrer kann es jetzt wieder gefährliche Begegnungen mit Wildschweinen geben. Vor allem in der Dämmerung sind die Tiere unterwegs. Für Wildschweine verändert sich in diesen Wochen die Welt komplett. Fast über Nacht verschwinden die ausgedehnten Maisfelder, die ihnen in den vergangenen Wochen Nahrung im Überfluss und perfekte Tarnung geboten haben. Weiter lesen beim DJV....

 

Quelle: Deutscher Jagdschutz-Verband e. V. (DJV)


Rheinland-Pfalz: Jagdexperte warnt vor Gefahren von Wildunfällen

 

Im Herbst steigt das Risiko

 

13. Oktober 2010 (dpa/ljv) Gensingen - Im Herbst steigt wieder die Gefahr von Wildunfällen. Experten mahnen daher zu großer Vorsicht. Zwar warnen vielerorts Schilder vor Wildwechsel, «nur leider achten da wenige Autofahrer drauf», beklagte Frank Voigtländer vom Landesjagdverband Rheinland-Pfalz in Gensingen (Kreis Mainz-Bingen) in einem dpa- Gespräch.  Weiter lesen beim DJV....

 

Quelle: Deutscher Jagdschutz-Verband e. V. (DJV)


Foto: LJN - Helmut Dammann-Tamke, Präsident der LJN e.V. und Frau Helma Spöring, Erste Kreisrätin des Landkreises Soltau-Fallingbostel bei der Inbetriebnahme der Wildunfallwarnanlage an dem Modellstreckenabschnitt der L 160 bei Südkampen
Foto: LJN - Helmut Dammann-Tamke, Präsident der LJN e.V. und Frau Helma Spöring, Erste Kreisrätin des Landkreises Soltau-Fallingbostel bei der Inbetriebnahme der Wildunfallwarnanlage an dem Modellstreckenabschnitt der L 160 bei Südkampen

Wildunfälle vermeiden - Modellversuch der Landesjägerschaft Niedersachsen

 

12. Oktober 2010 (LJN) Hannover - Über 27.700 Wildunfälle wurden im Zeitraum vom 1. April 2009 bis 31. März 2010 in Niedersachsen allein mit Schalenwild erfasst. Da Bagatellunfälle, also Unfälle mit nur geringen Sachschäden in dieser Auswertung nicht berücksichtigt sind, liegt die Dunkelziffer deutlich höher. Die Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. (LJN) und der Landkreis Soltau-Fallingbostel starten heute in Kooperation mit der Firma B.A.S. Verkehrstechnik AG zur jetzt anstehenden Damwildbrunft einen Modellversuch an einem regionalen Unfallschwerpunkt.

 

„Der Straßenabschnitt der L 160 bei Südkampen, den wir für den Modellversuch ausgewählt haben, gehört zu den meist frequentierten Damwildwechseln Niedersachsens – leider ist es auch ein regionaler Unfallschwerpunkt“, so Helmut Dammann-Tamke, Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen. Gerade bei dieser Wildart enden Kollisionen mit Kraftfahrzeugen häufig fatal. „Das Aufprallgewicht bei einer Kollision mit einem Damhirschen bei Tempo 60 liegt bei etwa 2,5 Tonnen – das entspricht dem Gewicht eines ausgewachsenen Nilpferds“, so Dammann-Tamke weiter.

Foto: LJN - Die LED-Schilder reagieren erst, wenn sich ein Kraftfahrzeug mit einer bestimmten Geschwindigkeit nähert.
Foto: LJN - Die LED-Schilder reagieren erst, wenn sich ein Kraftfahrzeug mit einer bestimmten Geschwindigkeit nähert.

Bei dem Modellversuch im Landkreis Soltau-Fallingbostel kommen neuartige LED-Warntafeln zum Einsatz. Der Vorteil dieser Schilder gegenüber den handelsüblichen, reflektierenden Verkehrsschildern ist, dass sie über ein aktives Licht verfügen. Nähert sich ein Verkehrsteilnehmer mit einer bestimmten Geschwindigkeit, setzen sie sich über einen Radardetektor automatisch in Betrieb.

 

Handelsübliche Warnschilder reflektieren, das heißt sie werden erst dann wahrgenommen, wenn sie vom Lichtkegel der Scheinwerfer angestrahlt werden. Neben der früheren Erkennbarkeit, setzten die Projektpartner auch auf das Wahrnehmungsplus durch den ausgelösten visuellen Reiz der LED-Warnschilder.

 

„Sollte dieser Modellversuch unsere Erwartungen erfüllen, wäre dies ein wichtiger Schritt zu mehr Prävention von Wildunfällen. Da es sich um mobile Warnvorrichtungen handelt, könnten sie regionale Unfallschwerpunkte gerade in den besonders gefährlichen Phasen wie der Zeitumstellung oder den unterschiedlichen Paarungszeiten der heimischen Wildtiere deutlich entschärfen“, so Dammann-Tamke weiter.

 

Quelle: Landesjägerschaft Niedersachsen e.V.


Quelle: HUK-Coburg
Quelle: HUK-Coburg

Die HUK-COBURG Informiert

 

Gut zu wissen: Tipps für den Alltag

Ein Reh kommt selten allein Wer in der Dämmerung durch Waldstücke fährt, muss die Geschwindigkeit unbedingt anpassen

 

12.10.10 Coburg (ots) - Im Herbst steigt die Zahl der Wildunfälle drastisch an: Besonders wenn es dämmert, am frühen Abend oder Morgen, müssen Autofahrer in Waldstücken damit rechnen, dass Tiere eine durchführende Straße queren. Deshalb auf jeden Fall langsam fahren, die Straßenränder im Auge behalten und bremsbereit sein. In der Vielzahl der Fälle taucht das Wild in einer Entfernung von nur 20 Metern oder noch weniger vor der Kühlerhaube auf und das auch meist nicht allein, sondern im Rudel. Wer zu schnell fährt, hat keine Chance zu bremsen. Wichtig ist auch, sofort abblenden und hupen.

 

Jedes Jahr ereignen sich mehr als 200.000 Wildunfälle in Deutschland, wobei ein Schaden im Durchschnitt 2.000 Euro kostet, darauf macht die HUK-COBURG aufmerksam. Für Schäden, die durch eine Karambolage mit Haarwild entstehen, ist die Teilkasko-Versicherung zuständig. Wichtig für Versicherte mit einer Vollkasko-Versicherung: Zwar beinhaltet diese immer eine Teilkasko-Versicherung, jedoch wirkt sich ein hier entstandener Wildschaden in keiner Weise auf den Schadenfreiheitsrabatt der Vollkasko aus.

 

Wenn es zum Unfall gekommen ist, sollte man auf jeden Fall die Polizei rufen. Sie hilft, den Jagdpächter zu informieren und stellt auch eine Bescheinigung über den Wildunfall aus. Letztere muss man seinem Versicherer vorlegen, sobald der Schaden 1.000 Euro übersteigt.

 

Gar nicht selten ereignet sich ein Unfall jedoch, ohne dass das Fahrzeug mit dem Haarwild - zum Beispiel Wildschwein, Fuchs, Reh oder Hase - direkt zusammenstößt. Unfallgrund: Der Autofahrer erschreckt und verreißt das Lenkrad. Und es gibt Autofahrer, die dem Tier bewusst ausweichen, um einen größeren Schaden zu vermeiden.

 

Die Teilkasko zahlt nur, wenn der Fahrer nachweisen kann, dass das Ausweichen als Rettungsmaßnahme erforderlich war und dadurch ein größerer Schaden verhindert wurde. Gemäß der aktuellen Rechtssprechung muss der Fahrer dafür aber schon den Zusammenprall mit einem Wildschwein, Reh oder Hirsch vermieden haben.

 

Wer jedoch für einen Hasen bremst, muss nicht unbedingt ohne Versicherungsschutz dastehen. Die Vollkasko-Versicherung springt im allgemeinen für die Folgen eines Unfalls ein, solange dieser nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig herbeigeführt wurde.

 

Pressemitteilung: HUK-Coburg


Weniger Rehe überfahren
Wildwarnreflektoren der Jäger wirken

 

09.09.10  Stuttgart - Die „Aktion Lichtzaun“ des Landesjagdverbandes trägt Früchte: Im Jagdjahr 2009/2010 (1. April bis 31. März) fielen in Baden-Württemberg rund 1.000 Rehe weniger dem Straßenverkehr zum Opfer als im Vorjahr. Gleichzeitig haben die Jäger mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz auch die entsprechende Anzahl Blechund Personenschäden verhindert.


Seit fünf Jahren statten Jagdpächter in Baden-Württemberg besonders wildunfall-gefährdete Straßenabschnitte mit Wildwarnreflektoren aus. Diese werden an den Leitpfählen befestigt und lenken nachts und in der Dämmerung das Scheinwerferlicht herannahender Fahrzeuge seitlich ab. Durch die Fortbewegung des Fahrzeugs erzeugen die Lichtreflexe einen optischen „Zaun“, der Wildtiere im richtigen Moment von der Fahrbahn fernhält. Diese Methode ist wesentlich effektiver als andere, da kein Gewöhnungseffekt eintritt, sondern das Wild die abschreckende Wirkung unmittelbar mit dem vorbeifahrenden Fahrzeug verbindet.


Seit 2005 wurden auf diese Weise über 2.000 Straßenkilometer im Land sicherer gemacht. Insgesamt fast eine halbe Million Euro haben die zuständigen Jagdpächter aus eigener Tasche dafür investiert. Im Durchschnitt ging die Anzahl von Wildunfällen auf diesen Strecken um 70 % zurück. Auf elf neu bestückten Strecken mit insgesamt 25 Kilometern Länge waren vor der Installation der Reflektoren jährlich insgesamt 90 Rehe überfahren worden, im Jahr danach waren es nur noch 14.

 

Nach Untersuchungen der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg wird jährlich ein Reh pro 2,5 Kilometer überörtliche Straße überfahren. Die Versicherungswirtschaft hat berechnet, dass jeder Unfall statistisch durchschnittlich 2.000 Euro Kosten und Vernichtung von Volksvermögen verursacht. Das bedeutet, die „Aktion Lichtzaun“ des Landesjagdverbandes erspart den Versicherungsträgern und dem Staat jährlich Millionenbeträge.

 

Daher appelliert der Landesjagdverband an die Straßenbaulastträger, die „Aktion Lichtzaun“ auch finanziell zu unterstützen. Im Landkreis Rottweil kommen z. B. integrierte Reflektoren zum Einsatz, die je zur Hälfte vom Landratsamt und der jeweiligen Jagdgenossenschaft bezahlt werden. Viele Kommunen, die gleichzeitig Jagdgenossenschaften sind, beteiligen sich mindestens mit einem Euro pro Reflektor.

 

Die zuständigen Straßenbauämter können einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie die Genehmigungen zum Anbringen möglichst unbürokratisch und kostenfrei erteilen und die Straßenmeistereien anweisen, die Warnreflektoren beim Austausch von Leitpfosten umzumontieren.

 

Einen Beitrag zur Sicherheit sollten auch die Verkehrsteilnehmer leisten: Der
Landesjagdverband rät insbesondere in der jetzt wieder früher einsetzenden
Dämmerung zu besonders vorsichtiger Fahrweise.

 

Quelle: Landesjagdverband Baden-Württemberg e. V.


Tack und Vogelsänger starten Grünbrückenprojekt

 

06.08.10 - Mit einem ersten Spatenstich haben heute Brandenburgs Umweltministerin Anita Tack und Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger an der Autobahn A 13 den Bau für die erste von drei Grünbrücken an vorhandenen Autobahnen im Rahmen des Konjunkturpakets II begonnen.

 

Aus Mitteln des Konjunkturpakets II der Bundesregierung werden bis Herbst 2011 drei Grünbrücken an der A9 bei Niemegk, der A12 bei Kersdorf und der A13 bei Teupitz errichtet. Zwei weitere Grünbrücken an der A9 bei Beelitz und an der A11 im Melzower Forst sollen in den nächsten Jahren in Abhängigkeit der Verfügbarkeit des für Brandenburg bereitgestellten Bundesfernstraßenhaushalts entstehen.

 

Für die drei in diesem Jahr beginnenden Grünbrücken werden gut 21 Millionen Euro nach Brandenburg fließen „Damit nimmt Brandenburg im Rahmen des Bundesprogramms zur Wiedervernetzung von Naturräumen im Hinblick auf die Zahl der Grünbrücken einen Spitzenplatz ein. Ein schönes Beispiel dafür, wie Naturschutz auch die wirtschaftliche Entwicklung unterstützt“, erklärte Tack.

 

Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger: „Grünbrücken sind nicht nur gut für die Tiere, sie erhöhen auch die Verkehrssicherheit. Von dem Konjunkturprogramm profitiert zudem die Bauwirtschaft und es werden Arbeitsplätze in Brandenburg gesichert.“

 

Mit Grünbrücken sollen insbesondere die Lebensräume wandernder Tierarten mit großem Raumbedarf wiedervernetzt werden. Das Straßennetz bleibt leistungsfähig und sicher. Die von Straßen- und Schienenverkehr durchschnittene Landschaft schränkt den geografischen Austausch von Flora und Fauna ein. Wanderungen sind also nötig, um den genetischen Austausch von Wildtieren zu ermöglichen. Die Artenvielfalt stabilisiert das Ökosystem.

 

Von den bundesweit 18 Standorten für geplante Grünbrücken an vorhandenen Autobahnen liegen allein fünf in Brandenburg. Die Standortermittlung und Planung erfolgte auf Initiative des brandenburgischen Infrastrukturministeriums in enger Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium. Der im Auftrag des Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft tätige Landesbetrieb Straßenwesen plant und baut die Grünbrücken. Die Planungskosten wurden im Landeshaushalt bereitgestellt.

 

Quelle: Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft Brandenburg


Foto: Jürgen Borris
Foto: Jürgen Borris

Braunschweig, 21 Juli 2010

 

Rehböcke im Hochzeitsrausch
Paarungszeit im Niedersächsischen Landeswald


Seit einigen Tagen läuft in den Wäldern der Niedersächsischen Landesforsten die Paarungszeit des Rehwildes. Das sonst so scheue Rehwild ist in dieser Zeit sehr aktiv und kann auch am Tage besser von aufmerksamen Besuchern in den Feldern und Wäldern beobachtet werden. Die so genannte Blattzeit dauert noch bis Mitte August. Das Paarungsverhalten des Rehwildes zeichnet sich durch ein stundenlanges Treiben der weiblichen Tiere durch den männlichen Rehbock aus, bis schließlich die Ricke oder das Schmalreh dem männlichen Charme erliegen. Das Treiben findet häufig in kreisförmigen Bahnen statt, hierdurch können im Getreide die bekannten „Hexenringe“ entstehen.


Das Rehwild, insbesondere die Rehböcke, verlieren im Zuge ihres hohen Hormonspiegels vielfach die sonst so typische Scheu und Vorsicht. „Die Niedersächsischen Landesforsten bitten deshalb die Autofahrerinnen und Autofahrer um besondere Rücksicht beim Durchfahren von Waldbereichen. Hier gilt vor allem:
Dem ersten Reh folgt sicher noch ein zweites!


Die beschlagenen (begatteten) weiblichen Ricken und Schmalrehe zeigen eine besondere Art der Schwangerschaft, denn das befruchtete Ei unterliegt bis Dezember einer biologischen Ruhephase. Hierdurch stellt die Natur sicher, dass die jungen Kitze nicht im Winter, sondern im warmen und nahrungsreichen Frühjahr gesetzt werden. In der Regel werden die meisten Kitze Ende Mai und Anfang Juni geboren.

 

Presseinformation: Niedersächsische Landesforsten


 Achtung Autofahrer, Rehe im Verkehr!

Die Deutsche Wildtier Stiftung warnt vor verliebten Böcken


Montag 05. Juli 2010/Hamburg: Die hochsommerliche Hitze bringt die Hormone der Rehe in Wallung! „An schwülen Tagen, vor allem wenn ein Gewitter in der Luft liegt, lockt die Ricke den Rehbock jetzt mit Fieptönen und einem Duftsekret, um dem Bock ihren Paarungswillen zu signalisieren“, sagt Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. Der Bock, vom aufreizenden Duft und dem Liebesgeflüster der Ricke fremdbestimmt, nimmt blindlings die Verfolgung auf und jagt hinter dem weiblichen Tier her. „Dabei können verliebte Rehe Autofahrern gefährlich werden“, warnt Münchhausen. Während der Rehbrunft, der so genannten Blattzeit, kommt es gerade jetzt häufiger zu Wildunfällen. Autofahrer, die ein Reh sehen, müssen auf alles gefasst sein und immer mit nachfolgenden Tieren rechnen.

Generell nehmen Wildunfälle auf Deutschlands Straßen zu. Laut Statistik gab es 2009 in Deutschland rund eine Viertel Million Zusammenstöße mit Wildtieren. Nicht immer gehen Wildunfälle glimpflich aus. Im letzten Jahr wurden etwa 3000 Menschen verletzt und 27 sogar getötet.

Deshalb ist das Warnschild „Achtung Wildwechsel“ unbedingt zu beachten! „Sofort die Geschwindigkeit reduzieren, bremsbereit fahren und die Straßenränder im Auge behalten“, empfiehlt Hilmar Freiherr von Münchhausen. Besonders gefährlich sind Übergangsbereiche zwischen Wald und Feld. Kommt es zu einem Wildunfall, muss zunächst die Unfallstelle gesichert und dann die Polizei gerufen werden. „Die Beamten schalten den zuständigen Jäger oder Förster ein.“ Ist das verletzte Tier geflohen, sollte sich der Autofahrer möglichst den Fluchtweg merken und ihn kennzeichnen. „Der Jäger kann der Fährte des Wildes mit einem dafür ausgebildeten Hund folgen und das Tier von seinem Leid erlösen.“ Es ist verboten, tote Wildtiere mitzunehmen. Außerdem besteht die Gefahr, sich mit Wildkrankheiten zu infizieren. „Bei Wildunfällen sollte sich der Mensch unbedingt vom verletzten Tier fernhalten“, rät Münchhausen. „Denn der Anblick des Menschen versetzt Wildtiere in Panik. Außerdem besteht Verletzungsgefahr.“

 

Pressemitteilung: Deutsche Wildtier Stiftung


20 April 2010

 

Besser langsam als wild
ADAC, DJV und DVR fordern systematische Wildunfallerfassung

 

Rund eine Viertel Million Zusammenstöße, 3 000 verletzte und 27 getötete Verkehrsteilnehmer sowie Hunderttausende überfahrene Tiere – das ist die Bilanz der Wildunfälle in Deutschland im Jahr 2009. Um das Unfallpotenzial für Mensch und Tier zu reduzieren, fordern der ADAC, der Deutsche Jagd-schutz-Verband (DJV) und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) neben einer stärkeren Aufklärungsarbeit eine bundesweit einheitliche Erfassung und Auswertung von Wildunfällen. Ziel ist es, mehr über die zahlenmäßige, räumli-che und zeitliche Verteilung von Wildunfällen in Erfahrung zu bringen und Un-fallschwerpunkte lokalisieren zu können. Anhand der Daten können die Ver-waltungen gemeinsam mit Experten der Jagd, der Polizei und der Landwirt-schaft Verkehrsschauen an Wildunfallstellen durchführen und Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit ergreifen.

 

„Wir verfügen heute über modernste Erfassungstechniken und Auswertungs-methoden“, so ADAC-Präsident Peter Meyer am Rande der Wildunfallfachta-gung in Grevenbroich am 20. April. „Es ist nicht nachvollziehbar, warum diese Verfahren, verbunden mit einer zielgerichteten Prävention, nicht längst in allen Bundesländern eingesetzt werden.“ Neben den Maßnahmen, die die Verwal-tungen zu treffen haben, kommt es laut ADAC vor allem auf die Erfahrung und die Umsicht der Autofahrer an, um eine Kollision mit Wildtieren zu vermeiden.

 

Auf eine stärkere Rücksichtnahme der Autofahrer setzt der DJV. „Alle 2,5 Mi-nuten kommt ein Reh unter die Räder, für seltene Arten wie die Wildkatze sind Wildunfälle sogar Todesursache Nummer eins“, sagt DJV-Vizepräsident Dr. Wolfgang Bethe. „Tiere kennen keine Verkehrsregeln, deshalb ist die Aufklä-rung der Verkehrsteilnehmer wichtiger denn je, aus Gründen des Artenschut-zes und der Verkehrssicherheit“, so Bethe.

 

Neben technischen Maßnahmen wie der Einrichtung von Wildbrücken oder elektronischen Warnanlagen setzt der DVR bei der Wildunfallbekämpfung einen Schwerpunkt auf die Verkehrsaufklärung. „’Runter vom Gas’ lautet die wichtigste Regel, um Wildunfällen vorzubeugen“, erklärt DVR-Präsident Dr. Walter Eichendorf. „Die Autofahrer sind gefordert, ihre Fahrweise an die jewei-lige Verkehrssituation anzupassen. Dies gilt in besonderem Maße für Land-straßen, wo sich etwa 60 Prozent aller tödlichen Unfälle ereignen.“

 

Presseinformation: ADAC, DJV, DVR