Prävention


Zur Vermeidung von Wildunfällen werden an den bekannten kritischen Straßenabschnitten geeignete Maßnahmen getroffen. Dies sind zum einen Warnschilder, Absperrungen oder Überquerungshilfen. Zum anderen kann das Wild vom Queren einer Straße abgehalten oder zumindest aufmerksam gemacht werden duch Duftzäune, Reflektoren oder Akustischen Signalen.

 

Schließlich sind auch alle Autofahrer aufgefordert, durch entsprechend vorsichtige Fahrweise Wildunfälle zu vermeiden. Dazu zählt im Bereich der Warnschilder für Wildwechsel eine gedrosselte Geschwindigkeit und ein aufmerksames Beobachten der Fahrbahnränder, insbesondere in der Morgen- und Abenddämmerung und nachts. Hat ein Tier die Fahrbahn überquert, so ist mit weiteren Tieren zu rechnen. Bei Kleinwild wie Hase und Fuchs wird oft geraten, nur zu bremsen wenn kein Auffahrunfall droht. Naturschützer widersprechen dieser Empfehlung.


Information und Aufklärung

 

Der Wichtigste Bestandteil der Prävention, ist die Information und Aufklärung der Verkehrsteilnehmer. Dies geschieht in erster Linie durch Informationsflyer und Berichten in Zeitungen und Zeitschriften. In den Printmedien wird verstärkt im Frühjahr und Herbst, zur Brunftzeit verschiedener Wildtiere, als auch zur Sommer-/Winterzeitumstellung berichtet. Verstärkt wir auch über Präventionen verschiedenster Art Lokal, aber auch Überregional berichtet. Gelegentlich werden auch Beiträge im Fernsehen ausgestrahlt. 


Verkehrsschild - Wildwechsel -

 

Vor besonderen Gefahrenstellen wie Wildwechseln oder Gegenden mit hoher Wilddichte muss das Verkehrszeichen 142 „Wildwechsel“ gemäß § 40 Absatz 6 der Straßenverkehrsordnung angebracht sein. Die gefährdete Streckenlänge wird oft durch ein Zusatzzeichen unterhalb des Zeichen Wildwechsel kenntlich gemacht. Wild kann hier von beiden Seiten auftauchen und die Straße überqueren. Das Bundesamt für Naturschutz geht von 30.000 solcher Konfliktstellen im überregionalen Verkehrsnetz aus.


Reflektoren

 

Wildwarnreflektoren in Form von Reflektoren werden an Leitpfosten befestigt. Sie reflektieren das Scheinwerferlicht von herannahenden Fahrzeugen und lenken es in Richtung Wald um. Ein Blenden von Autofahrern ist ausgeschlossen, durch spezielle Anwendung und Winkelung der Spiegelfacetten/Folie. Die Lichtreize sollen das Wild kurzzeitig vom  Überqueren der Straße abhalten. Der natürliche Lebensraum des Wildes wird somit nicht beschnitten. Wildwechsel findet im normalen Umfang weiterhin statt.

Die passiven Reflektoren und deren Weiterentwicklung mit aktiver Ton- und Lichterzeugung werden als Wildwarner  bezeichnet. Wichtig ist bei diesen Maßnahmen die regelmäßige Wartung. Eine weitere Variante sind Reflexionsfolien die an Baumstämmen befestigt werden.


Foto: Rainer Sturm / pixelio.de
Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Duftzaun

 

Der Duftzaun basiert auf einem speziellen Schaum. Dieser wird im Abstand von 5 bis 8 Meter entlang der Straße, auf Bäumen, Straßenbegrenzungen oder Pfählen aufgetragen. Durch das Einwirken von UV-Strahlung, öffnen sich die im Schaum enthaltenen, feinen Poren, die den Duft - eine Zusammensetzung aus Gerüchen von Bär, Wolf, Luchs und Mensch, den natürlichen Feinden von Rehen, Hirschen und Wildschweinen, freisetzt.

Von den verschiedenen Düften irritiert, verharren Reh, Hirsch und Wildschwein eine Weile an der Straße. Hierdurch hat der Autofahrer die Gelegenheit, das Wild frühzeitig zu sehen und seine Geschwindigkeit rechtzeitig zu verringern.

 


Foto: Michael Wolf
Foto: Michael Wolf

Wildzaun

 

Der Wildzaun, auch Wildschutzzaun genannt, wird vorwiegend an Autobahnen und Bundesstraßen zum Schutz der Verkehrsteilnehmer vor Wildunfällen eingesetzt. Der Zaun besteht aus verknoteten Drähten mit rechteckigen Maschen, welche von oben nach unten immer enger werden.


3bein
3bein

3bein

 

Bei den 3beinen handelt es sich meist, um drei miteinander verbundene Holzbretter, die in Orange oder Gelb lackiert sind. Teilweise mit einem Zusatzschild "Unfall mit Wild oder Wildunfall".

Die 3beine werden an den Fahrbahnrand gestellt, wo bereits ein Unfall mit Wild geschehen ist. Hierdurch soll der Verkehrsteilnehmer in seiner Aufmerksamkeit sensibilisiert werden. Das Aufstellen der 3beine wird durch die jeweiligen Jagdpächter durchgeführt.



Grünbrücke im Bau
Grünbrücke im Bau

Grünbrücken/Tunnel

 

Sind geeignete Überquerungshilfen die meinst an Autobahnen angewandt werden. Die Bepflanzten Brücken werden in Verbindung mit Wildzäunen errichtet. Durch die Grünbrücken oder Tunnel sollen die Tiere sicher über die Straße kommen. Weiterhin ist somit eine Verbindung zwischen zuvor getrennten Lebensräumen möglich. Diese Maßnahme ist jedoch teuer und nicht flächendeckend einsetzbar.


Elektronische Wildwarnanlage/Warntafel

 

Bei der Wildwarnanlage - ausgelöst durch ein Tier - leuchtet das aufgestellte elektronische Warnschild nur auf, wenn das Wild in Straßen nähe ist. Anders bei der Elektronischen Warntafel, die durch ein Auto ausgelöst wird. Nähert sich ein Verkehrsteilnehmer mit einer bestimmten Geschwindigkeit, setzen sich die Warntafeln über einen Radardetektor automatisch in Betrieb.

 

Diese Maßnahme ist jedoch teuer und nicht flächendeckend einsetzbar. Als Mobile Variante jedoch effektiv an Unfallschwerpunkten einsetzbar. 


Rückschnitt

 

Der Rückschnitt von Bäumen, Hecken und Sträucher am Straßenrand, dient zum frühzeitigen erkennen von Wild. Zusätzlich soll das Wild hierdurch Vorsichtiger werden beim queren der Straße. Eine effektive und nachhaltige Wirkung dieser Abschreckungsmaßnahmen konnte aber bisher wissenschaftlich haltbar nicht nachgewiesen werden.